Unser Vorgehensmodell zur erfolgreichen Umsetzung von IT Projekten
Das Microsoft Solution Framework ist ein Referenzmodell für die erfolgreiche Konzeption, Planung und Umsetzung komplexer IT-Projekte. In die Konzepte sind Erfahrungen aus der Produktentwicklung von Microsoft, der internen IT Abteilung, sowie Projekterfahrung von unserem Partner Microsoft mit eingeflossen. Das Microsoft Solution Framework setzt sich zusammen aus einem Prozessmodell, welches vier vorrangige Meilensteine und Phasen einschließt, und einem entsprechenden Teammodell, dass die Hauptverantwortungsbereiche und Rollenverteilung innerhalb eines Projekts definiert.
Microsoft Solutions Framework-Prozessmodell
Das MSF Prozessmodell beinhaltet vier vorrangige Meilensteine. Diese Meilensteine sind wichtige Planungs-, Steuerungs-, und Koordinationspunkte zwischen dem Projektteam und dem Auftraggeber. Diese Meilensteine sind keine fixen Punkte. So können einige Tätigkeiten für den nächsten Meilenstein schon begonnen werden, bevor der aktuelle Meilenstein erreicht wurde. Jeder Meilenstein beinhaltet eine Vielzahl von grundsätzlichen Annahmen, die es einem Team ermöglichen, zuverlässig bis zum nächsten Meilenstein zu planen und zu arbeiten.
Phase I: Abgleich der Vorstellungen
Mit Projektbeginn wird ein Team zusammengestellt und Verantwortliche für die verschiedenen Bereiche definiert. Die Vorstellungsphase führt zur Abnahme von Vision / Scope und verfolgt dabei wichtige Tätigkeiten:
- Beschreibung der Vision (Vision Statement): Diese beschreibt die langfristigen Ziele für dieses Projekt und gibt eine klare Richtung vor.
- Abschätzung der Machbarkeit (Statement of Scope): Die Abschätzung grenzt die Ziele für dieses Projekt ab, um das Projekt überschaubar und realisierbar zu machen. Diese Ziele werden auf Basis der langfristigen Ziele und der zur Verfügung stehenden Ressourcen festgehalten.
- Spezifikation der technologischen und organisatorischen Grundkonzepte, Zusammenstellung der bestehenden und zu erwartenden Risiken, Projektteam, Aufwandsschätzung sowie Planung des weiteren Vorgehens.
Der Vision / Scope Abnahme-Meilenstein schreibt eine Übereinkunft des Auftraggebers und des Teams über die Ziele des Projekts fest.
Phase II: Planung
Der nächste Meilenstein ist die Abnahme des Projektplans. Der Projektplan beinhaltet eine Beschreibung der gesamten Konzepte sowie den Zeitplan für das Projekt. Häufig ist die Erarbeitung eines Prototyps (Proof of Concept, PoC) Bestandteil dieser Phase. Mit der Abnahme des Projektplans stimmen Auftraggeber und Team miteinander ab, was zu erstellen und wie es zu erstellen ist.
Ein abgenommener Projektplan stellt das Gerüst für das Projekt dar. Jedes Mitglied bekommt einen Teil der Tätigkeiten zugewiesen, um weitere interne Meilensteine zu erreichen. Dabei können die Tätigkeiten auch parallel durchgeführt werden.
Phase III: Entwicklung
Die Entwicklungsphase ist die ressourcenintensivste Phase. Jedes Teammitglied hat hier interne Meilensteine. Diese Phase führt zu einem Piloten, in dem die machbaren Ziele erfüllt und mit einer eingeschränkten Zahl von Benutzern getestet werden soll. Der Pilot ist eine Möglichkeit für Auftraggeber und Team die Technologie festzusetzen und Rollout- und Supportpläne sowie die Praktikabilität der Anweisungen zu überprüfen. Weiter bildet der Pilot die erste Möglichkeit überprüfen zu können, ob die Bedürfnisse des Anwenders getroffen wurden. Die Benutzer können zum ersten Mal die neue Technologie nutzen.
Phase IV: Stabilisierung
Die Stabilisierungsphase konzentriert sich auf zwei Aspekte des Projekts: Die Stabilisierung der Technologie und die Stabilisierung der Verfahren. Mit dem Ende des Projekts sind Verfahren festgelegt und der letzte Meilenstein erreicht.
In der Stabilisierungsphase sollten bekannte Probleme bei Anwendern oder der Technologie aufgedeckt werden und Verfahren zur schnellen und effizienten Hilfe (Wissensdatenbank) entwickelt werden.
Phase V: Go-Live
Mit dem Projektende übergibt das Projektteam die entwickelte Infrastruktur dem Auftraggeber bzw. dem verantwortlichen IT-Management zur Wartung und Pflege.
Interne Meilensteine
Interne Meilensteine sind Punkte zwischen den großen Meilensteinen die Start- oder Endpunkte von Tätigkeiten definieren. Diese internen Meilensteine erlauben die Überwachung der großen Meilensteine auf ihr Fortschreiten. Dies ist die Haupteigenschaft des Microsoft Solution Frameworks.
Microsoft Solutions Framework-Teammodell
Beim Teammodell des MSF handelt es sich nicht um ein Organigramm. Stattdessen werden sechs Rollen definiert, die den Hauptverantwortungsbereichen innerhalb eines IT-Projektes entsprechen. Die Besetzung der Rollen mit Personen, sowie die möglichen Kombinationen von Rollen, beschreibt das MSF getrennt von der Beschreibung der Teamrollen.
Beim Teammodell des MSF handelt es sich um ein sogenanntes „Team of Peers“-Modell. Das Teammodell legt eine Verteilung der Verantwortlichkeit für das Projekt fest und regelt die Zusammenarbeit innerhalb eines kleinen Teams mit multidisziplinären Rollen.
Ein weiteres wichtiges Prinzip ist die sogenannte "Shared Project Vision". Alle Projektbeteiligten (Team und Kunde) sollen dadurch die Ziele und Maßgaben des Projektes in gleicher Weise verstehen. So werden unterschiedliche und sich widersprechende Visionen vermieden. Stattdessen wird ein Konsens darüber hergestellt, was das Projekt erreichen soll, warum es durchgeführt wird und innerhalb welcher Grenzen und Schranken sich das Projektteam frei bewegen kann.
Das MSF betrachtet das Ziel eines jeden Projekts als Produkt. So wird das Team auf die Produktion statt auf den Prozess fokussiert und die Identifikation der einzelnen Teammitglieder mit dem Endergebnis verstärkt. Besonders aber wird so der Gedanke eines gemeinsam zu schaffenden Ganzen gegenüber den Teilaufgaben der einzelnen Teammitglieder in den Vordergrund gerückt. Zero-Defect (Fokussierung auf höchste Qualität), Kundenorientierung und Lernbereitschaft jedes Einzelnen sind weitere allgemein anerkannte Prinzipien, die das MSF durch sein Teammodell fördert und verstärkt.
Die Verantwortung der Teammitglieder im Detail:
Product Management
Product Management beschreibt die Rolle des "Anwaltes" (oder im deutschen besser Sachverwalters) des Kunden im Team. Product Management vertritt die Sache des Kunden dem Team gegenüber, aber auch das Team dem Kunden gegenüber. Die Rolle ist für eine teamübergreifende Projekt-Vision und die Ausrichtung des Projektteams auf das jeweils nächste zu erreichende Teilziel verantwortlich. Das Management der Kundenerwartungen ist eine weitere wichtige Aufgabe dieser Rolle.
Product Management ist darüber hinaus die treibende Kraft wenn es darum geht, Entscheidungen im Bereich Feature versus Zeitplan zu treffen. Das Verständnis des betriebswirtschaftlichen Ziels im Team und wie man es mit Hilfe des Projekts erreicht, wird ebenfalls durch diese Rolle getragen und weiterentwickelt.
Program Management
Die Rolle Program Management des MSF entspricht wohl am ehesten dem, was in klassischen Projekten als "Projektleiter" verstanden wird. Wichtige Aufgaben dieser Rolle sind
- die Verantwortung für Projekt- und Zeitpläne sowie deren Reporting
- die Belegung von Ressourcen (Einsatzplanung)
- die Moderation der Teamkommunikation
- das Vorantreiben kritischer Entscheidungsprozesse
Im Gegensatz zur betriebswirtschaftlichen Sicht des Product Managers hat der Program Manager eher eine technische Sicht (Systemarchitekt) auf das Projekt.
Development
Die Rolle Development wird in Infrastrukturprojekten etwas anders definiert, als in Software-Entwicklungsprojekten. Beiden Projektarten gemeinsam ist die Verantwortung der Development Rolle für
- das Erstellen der Features zur Erfüllung der Erwartungen des Kunden
- das Systemdesign mit Schwerpunkt auf dem physischen Design (das logische Design liegt eher beim Program Manager)
- die Abschätzung des Aufwandes (Arbeitszeit und Dauer) für die Realisierung einzelner Features
Im Infrastrukturprojekt hat Development darüber hinaus in der Hauptsache die Verantwortung für
- die Auswahl der Technologie für das Deployment
- das Schreiben von Scripts als Unterstützung für Installation und Deployment
- die Konfiguration und kundenspezifische Anpassung
Testing
Die Hauptaufgabe der Testing-Rolle ist es zu gewährleisten, dass alle Problemquellen bekannt sind. Dafür
- entwickelt sie eine Teststrategie und Testpläne
- entwickelt sie Testscripts
- übernimmt sie die Verantwortung für die Systemintegration (Build)
- stellt sie den Status des Systems aufgrund der regelmäßig durchgeführten Tests fest
- nimmt sie an der Definition der zu erreichenden Qualitätskriterien teil
User Education
User Education ist der "Anwalt" (oder besser Sachverwalter) des Systembenutzers im Team. Seine Hauptaufgaben sind
- die Sache des Anwenders dem Team gegenüber, aber auch die Sache des Teams dem Anwender gegenüber, zu vertreten. Darüber hinaus verantwortet die Rolle User Education
- die Definition der Benutzeranforderungen
- die Erstellung von Support- und Helpdesk-Systemen
- die laufende Verbesserung der Benutzerfreundlichkeit des Systems
- die Teilnahme am Design benutzerrelevanter Features, sowie
- die inhaltliche Vorbereitung und Durchführung der Enduser Trainings
Logistics Management
Die Aufgaben der Logistics Management Rolle sind
- Vertreten der Sache des Betriebsteams im Projektteam und umgekehrt
- die Planung des Rollout (Deployment)
- die Teilnahme an allen Designaktivitäten mit Fokus auf Wartbarkeit, Unterstützbarkeit und Auslieferungs- / Installationsfähigkeit des zu erstellenden Systems
- die Planung und Organisation der Anwender-Trainings sowie
- das Training der Betriebsmannschaft und der Helpdesk-Mitarbeiter
Übersicht der Zuordnung von Rollen zu Hauptprojektzielen
|
Rolle |
Hauptprojektziele |
|
Product Management |
Zufriedene Kunden |
|
Program Management |
Lieferung innerhalb der Projektgrenzen (Budget, Zeitplan, Featureset) |
|
Development |
Lieferung gemäß der Produktspezifikation |
|
Testing |
Release nach Lösung aller Probleme |
|
User Education |
Gesteigerte Benutzerzufriedenheit und Benutzerperformance (Leistung) |
|
Logistics Management |
Reibungslose Auslieferung und Installation |
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